Es gibt etwas Seltsames am Mythos des Minotaurus: Jeder kennt das Monster, aber niemand fragt sich, wie er sich gefühlt hat.
Halb Mensch, halb Stier. Gänzlich missverstanden.
Der Minotaurus — dessen wahrer Name Asterion war — wurde aus einer unmöglichen Verbindung zwischen Pasiphae, der Königin von Kreta, und einem dem Poseidon heiligen weißen Stier geboren. Es war nicht seine Schuld. Er wählte nicht, so geboren zu werden. Doch wurde er in das Labyrinth gesperrt, das eigens für ihn vom Genie des Dädalus gebaut wurde, und blieb dort sein ganzes Leben lang.
Jedes Jahr war Athen gezwungen, sieben junge Männer und sieben junge Frauen als Tribut nach Kreta zu schicken. Der Minotaurus verschlang sie. Oder so besagt es zumindest die offizielle Geschichte.
Aber wer erzählt die Geschichte des Monsters?
Theseus kam mit dem Schwert und der Hilfe der Ariadne — die ihm den berühmten Faden gab, um sich im Labyrinth nicht zu verirren. Er fand den Minotaurus, tötete ihn und kehrte als Held nach Hause zurück.
Der Minotaurus kehrte nirgendwohin zurück.
Niemand schrieb seine Version. Niemand fragte sich, ob diese Kreatur, allein in der Dunkelheit eines unendlichen Labyrinths, jemals verstanden hatte, warum sie dort war.
Das Labyrinth sind wir
Es gibt einen Grund, warum der Mythos des Minotaurus uns Jahrtausende später immer noch fasziniert. Denn jeder von uns hat sich mindestens einmal in einem Labyrinth gefangen gefühlt, das wir nicht gebaut haben. In einer Situation, die wir nicht gewählt haben. Ohne einen Ariadnefaden in der Hand.
I'm Lost — die Aufschrift auf unserem T-Shirt — ist nicht nur ironisch. Es ist menschlich. Es ist dieses Gefühl, sich im Kreis zu drehen, ohne den Ausgang zu finden, am falschen Ort zu sein, ohne zu wissen, wie man dorthin gekommen ist.
Der Minotaurus kannte das gut.
Die griechische Mythologie ist keine Sache der Vergangenheit
Die Griechen erfanden keine Monster, um Kinder zu erschrecken. Sie erfanden Geschichten, um den Dingen einen Namen zu geben, die sie nicht erklären konnten: die Einsamkeit, die Andersartigkeit, das Gefühl, nicht dazuzugehören.
Der Minotaurus war anders. Und deshalb wurde er versteckt.
Vielleicht ist es das, warum diese Geschichte noch heute nachhallt, wenn wir uns ein wenig fehl am Platz, ein wenig lost fühlen.
Angy Shop entstand hieraus: aus der griechischen Mythologie, erzählt mit Ironie und Respekt. Denn Mythen sind keine Märchen – sie sind Spiegel.