Es gibt einen griechischen Mythos, den jeder kennt, auch wer noch nie ein Buch über Mythologie geöffnet hat. Es ist die Geschichte eines Jungen, eines Flügelspaares und einer Sonne, die keine Gnade kennt. Es ist die Geschichte von Ikarus.
Wer war Ikarus?
Ikarus war der Sohn des Dädalus, des größten Erfinders und Architekten des antiken Griechenlands. Dädalus war so geschickt, dass König Minos von Kreta ihn beauftragt hatte, das Labyrinth zu bauen – jenes unüberwindliche Gefängnis, aus dem niemand entkommen konnte (und in dem ein gewisser Minotaurus hauste, über den wir bereits gesprochen haben).
Das Problem? Minos wollte nicht, dass Dädalus ging. Ein Genie wie ihn lässt man nicht entkommen. So wurden Vater und Sohn auf der Insel Kreta gefangen gehalten, ohne Schiffe und ohne Fluchtweg.
Dädalus' verrückter Plan
Dädalus, als guter Erfinder, gab nicht auf. Wenn sie nicht über das Meer fliehen konnten, würden sie über die Luft fliehen. Er sammelte Vogelfedern, befestigte sie mit Bienenwachs und baute zwei Paar Flügel – eines für sich, eines für Ikarus.
Bevor sie flogen, gab Dädalus seinem Sohn eine klare Warnung: „Fliege nicht zu tief, sonst macht die Feuchtigkeit des Meeres die Flügel schwer. Fliege nicht zu hoch, sonst schmilzt die Hitze der Sonne das Wachs.“
Ikarus nickte. Er verstand. Und dann vergaß er alles.
Der Flug
Am Anfang lief alles gut. Vater und Sohn flogen zusammen, zum ersten Mal frei. Aber Ikarus spürte etwas, das er noch nie zuvor gefühlt hatte: die Euphorie des Fliegens. Der Wind unter den Flügeln, der offene Himmel, das Gefühl der Unbesiegbarkeit.
Er stieg auf. Und noch höher. Und noch höher.
Die Sonne war da, nah, wunderschön. Das Wachs begann sich zu erwärmen. Die Federn lösten sich. Und Ikarus, noch bevor er verstand, was geschah, stürzte ins Meer, das heute seinen Namen trägt – das Ikarische Meer.
Was lehrt uns Ikarus heute?
Jahrhundertelang wurde Ikarus als Symbol der Hybris verwendet – der Überheblichkeit, der Arroganz derer, die ihre Grenzen herausfordern und bestraft werden. „Mach es nicht wie Ikarus“ ist zu einer Redewendung geworden, um zu sagen: Bleib an deinem Platz, wage nicht zu viel.
Aber es gibt eine andere Lesart. Ikarus war jung, frei, und für einen Moment flog er wirklich. Er wählte den Himmel statt der Vorsicht. Er wählte es, groß zu leben, wenn auch nur für kurze Zeit.
Vielleicht war der wahre Fehler nicht, hoch zu fliegen. Vielleicht war es, die Worte seines Vaters zu vergessen.
Oder vielleicht – und das ist die Version, die wir bevorzugen – ist Aim High niemals falsch. Man muss nur daran denken, Sonnencreme mitzunehmen.
Angy Shop feiert Ikarus mit dem T-Shirt "Aim High" – für alle, die glauben, dass es sich immer lohnt, etwas höher zu fliegen.